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Mittwoch, April 11, 2007

No Means No - Fabrik Hamburg 11.04.07

No Means No spielen heute abend in der Fabrik / Hamburg. Genau vor 13 Jahren habe ich sie da auch schon spielen sehen. Mein erstes Konzert, was ich nach meinem Umzug aus der deutschen Pampa in die große Stadt erleben durfte. Wahrlich ein Erlebnis. Und schon damals als 20-jähriger Zivildienstleistender dachte ich mir, dass die beiden Gebrüder Wright schon ganz schön in die Jahre gekommen sind. Ich weiß es nicht genau, aber ich schätze, dass die jetzt schon 50 Lenze auf dem Buckel haben. Und die rocken immer noch; schon seit knapp 30 Jahren. Wenn es Virtuosen in Sachen Punk gibt, dann diese Herren. Ich freu mich...
Hört euch das neue Album "Ausfahrt" an...


Damals


Heute



Digg!

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Donnerstag, Oktober 19, 2006

Jan Delay Konzert 18.10.06 Hamburg Docks

Leude, ich sitz hier gestern rum und bastel die ganze Zeit an meinem Blogsystem rum, als mich nach stundenlangen Rumgehocke Paulus anruft und fragt, ob ich nicht mit zum Delay Konzert gehen will. Im ersten Moment hat sich bei mir da nicht so viel geregt. In das Album hatte ich nur mal kurz reingehört und die Begeisterung hielt sich wahrlich in Grenzen. Da war mir zu wenig Dreck drin. Irgendwie zu clean. Naja, soll ja auch ne Pop Platte sein. Erst auf den Reggae losgegangen, als Dj die 80er ausgekramt, jetzt Funk, als nächstes Rock und in 20 Jahren wird dann auf Orff Instrumente geflasht. Irgendwie hab ich mich innerlich die ganze Zeit gewehrt. Aber ihr wisst ja wie das ist. Man hat sich den ganzen Tag noch nicht bewegt und es gibt was umsonst. Und eine Chance gegen meine innere, völlig unbegründete Anti-Haltung und Verbohrtheit sollte ja jeder bekommen. Also ich zum Docks. Basti angerufen, der spontan die noch übriggebliebene Karte grabben konnte.

Das Konzert war ausverkauft und dementsprechend proppevoll. Die Zuschauerreihen gingen ungefähr drei Meter hinter dem Eingang los und ich konnte die Bühne als kleinen lustig, leuchtenden Punkt am anderen Ende der Halle ausmachen. Dann vor mir noch eine Riesenwand schwitzender, 2 m großer Oberprimaner, die ihren Flashgott huldigen wollten. Ich dachte schon ich bin zu alt für den Scheiß. Im gleichen Atemzug hat mir eine innere Stimme sehr sanft zugeflüstert: "Ramin, wie stellst du dich denn an, du bist doch keine 50, entspann dich, such dir ein einigermaßen gutes Plätzchen und genieß die For-Free-Show." Okay, eigentlich hat er ja Recht, wer auch immer da gesprochen haben mag. Ich habe mich dann an ein paar gigantisch großen Teenagern vorbeigepirscht und ihren Freundinnen, die sich mit mir eher auf der Zwergenebene bewegten, noch Platz gelassen an mir vorbeizuschauen. In diesem Akt der Selbstlosigkeit ging es mir gleich besser und auf meinen Zehenspitzen balancierend habe ich mir das Treiben auf der Bühne näher betrachtet. Also nur einen Ausschnitt, weil immer irgend ein Schädel, eine winkende Hand oder groovende Schulter im Weg war. Auf einer solchen habe ich dann auch ab und an mein zu schwer gewordenes Kinn wie ein Dackel abgelegt, was jedeoch von den großen Menschen keiner wirklich mitbekommen hat. So konnte ich mich endlich mal auf die Musik konzentrieren.

Die ersten 20 Minuten waren noch nichts so berauschend. Der Sound war gut, aber auch glatt. Also funky und stinkend war hier nichts. Die Stimmung hingegen war bei den anderen von Anfang an richtig am brodeln und kochen. Eißfeld, ein tighter Entertainer, hat sehr überlegen durch den Abend geführt, kleine Spielchen mit Band und Publikum moderiert (z.B. Stop Tanz) und insgesamt viel Spass da vorne auf der Bühne gehabt. Und so ganz langsam hat er mich weichgekocht. Mal ein bisschen Klatschen, ein dezenter Hüftschwung und mal einen Refrain auf den Lippen. Je länger es ging umso mehr hat mich das ganze geschickt. Dann die alten Jan Delay Reggae Hits, ein geiles von der Band gespieltes HipHop Medley, ein Ausflug in die 80er mit knarzenden Sythies und Eißfeld hinter den Kongas; gefolgt von Gloria Estefan oder The Eye of the Tiger bis hin zu Reel to Reel "I like to move it. move it" und Hamburg Lyrics auf Seven Army Nation von den White Stripes. Irgendwann hat er und die Band mich gehabt. Ich hab nachgegeben, mich von der geilen Atmossphäre ansstecken lassen und konnte nicht mehr wiederstehen. Scheiß drauf ob der Sound jetzt Funk, Pop, Reggae, Disco, Rave oder Rap ist.... der Sound ist Jan Delay. Das war total stimmig was da vorne passiert ist und ich war zu dumm es zu kapieren. Hat der alte Sack mich doch rangekriegt und mich wahrscheinlich als einen der Letzten überzeugt. Die Leute um mich herum waren sowieso auf Wolke 7 und waren nicht mehr runterzuholen, nachdem Bo als Gast mit Eißfeld noch mal "Türlich,Türlich, sicher Digger" angestimmt hat. Was in seiner Doofheit für ein geniales Lied, welche Massenhysterie. Wahnsinn. Denyo durfte auch noch mal aus dem Schatten der Bühne und seines Rapkollegen treten.

Nach gut 90 Minuten war dann erst mal Schluss. Riesen Applaus, Jan Delay - Sprechchöre, Zugabe, die Ansage, dass man als Publikum das geilste ist (nach Eißfelds Aussage noch viel geiler als das Hamburger Publikum am Tag davor - neben mir waren so junge Jungen -klein kann man bei denen ja nicht sagen - die auch der Meinung waren, dass das Konzert "heute" noch viel geiler als gestern gewesen sein soll- die geben ihr Taschengeld tatsächlich für Doppel-Delay aus), dann das super Rio Reiser Cover, wieder von der Bühne, wiederkommen für den letzten Song, für das Highlight, auf welches alle gewartet hatten. "Im Arsch". Plötzlich taucht eine schwarze Hutkrempe auf. Udo ist da. Die Leute kreischen im epileptischen Wahn als ob sie ein Raumschiff gesehen hätten. Udo, Udo. Und uns Udo mit uns Eißi singen sich mir ins Herz. Dieses Aufeinandertreffen der Generationen. Der Telenovela Flash. Das ganze so harmonisch, glücklichmachend und freudespendend. Ein großartiges Ende.

Ehrlich Leute. Fast noch nie bin ich so mürrisch auf eine Konzert, welches mich eigentlich sonst nicht interessiert hätte und am Ende so zufrieden mit einem guten Gefühl nach Hause gegangen. Dagegen konnte sich dieser Analyse Kopf der gerade in Bezug auf Musik viel zu oft am laufen ist einfach nicht wehren. Er wurde ausgeknippst und gute Mucke reingelassen. Restlos überzeugt, wie konnte ich nur so doof sein, wie konnte ich das übersehen. Ich kann nur sagen: Herr Delay, ganz großen Respekt und eine tiefe Verbeugung. Und danke für das ganze Bier auf der After Show Party.

P.S.: Mal sehen was ich zu sagen habe, wenn ich das Album jetzt noch mal hören werde.


Dienstag, Oktober 17, 2006

Aljawala Balkan Big Beat

Als ich so über das Fusion Festival Gelände getrödelt bin, habe ich kurz an einer vor einem Bus stehenden Menschenmasse haltgemacht, die den Sounds einer Band lauschten, die spontan ein kleines Konzert gaben. Der Name der Kombo war Aljawala. Was das auch immer heißen mag. Ich war auf jeden Fall schwer angetan. Zwei Drummer - Percussionisten, zwei Saxophonisten und ein Bass-Player. Die haben so richtig ziegeunermäßig Gas gegeben und ich habe gleich mit meinem Arsch gelächelt und angefangen zu tanzen. Nebenbei habe ich noch ein bisschen gefilmt. Viel Spass mit Aljawala.

http://www.jawala.de/



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Fusion Festival 2006


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Mit dieser Terrorgruppe habe ich also letztes Wochenende das Fusionfestival unsicher gemacht. Es war Amok und wir haben glaube ich einen ganz guten Eindruck hinterlassen. Der ganze Spass findet alljährlich auf einem ehemaligen russischen Militärflugplatz statt, auf dem in mehreren alten Hangars unterschiedliche Konzerte, Partys und Performance Aktionen stattfinden. Von Donnerstag bis Montag Morgen durchraven ist hier also kein Problem. Zu jeder Tages und Nachtzeit wird da also durchgestampft. Drinnen wie draußen. Mit oder ohne Drogen. Sich im um 6:00 Uhr früh hinzulegen, um um 8:00 Uhr wieder aufzustehen, weil der nächste Superact auflegt ist da für einige keine Seltenheit. Außerdem gibt es auf dem gesamten Festivalgelände keine Werbung und keine gesponserten Stände. Ein für unsere von Anzeigen, Logos und Bannern vergewaltigten Augen ein fast surrealer, aber wohltuender Anblick. Auch das komplette Essen ist "politisch korrekt" vegetarisch. Ich musste mit meinen Jungs extra bei sengender Sommerhitze 6 km in Badelatschen ins nächste Dorf laufen, um eine Steakoase zu finden. Die Anstrengung hat sich gelohnt und mit einem schönen argentinischen Stück Fleisch im Magen konnte noch mal so richtig Gas gegeben werden.

Von den unzähligen Konzerten habe ich fast gar keine gekannt und die meisten Namen hatte ich zuvor noch nie gehört. War aber für jeden Geschmack was dabei. Reggae, Ska, Hardcore, Drum`nBass, Trance, Techno, Datschamucke... Die Gruppen, die ich kannte waren Jan Delay, Die Goldenen Zitronen, Smoke Blow, Station 17, Dj Koze und Steve Bug. Das Programm war riesig, aber dementsprechend unübersichtlich. Ich bin die ganze Zeit von einem Hangar zum nächsten getorkelt, hab hier und da die Tanzfläche gebohnert und bin glücklich, stinkend und schweißtriefend weitergezogen. Desweiteren gab es massig Kleinkünstler, Massagezelte, ein Arbeistamt, in dem man sich Arbeit suchen konnte, wenn einem das Kleingeld ausging, ein Kino und ein Cabarethangar.

Vor der Fusion hatte ich immer so klischeehafte Stereotype im Kopf. Den feuerschluckenden Veganer, den joglierender Studentenrasta, die esoterische Veganerin, den pillenwerfenden Goa-Druffi. Und ich muss sagen... diese Bilder haben sich auch genauso erfüllt.... und sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengefügt. Erwisch ich mich selber oft beim leidenschaftlichen ablästern über diverse, über einen Kamm gescherte Köpfe, war meine Toleranz in diesen Tagen einfach grenzenlos und ich konnte gar nicht mehr nachvollziehen woher all der Hass gegen das ganze Bällewerfen, Stöcke schmeissen und Bänder wedeln stammt.. hahah !Vielleicht kann uns ein Auzug aus dem Konzept der Fusion weiterhelfen:

So verschieden wie die Menschen, die sich hier zusammenfinden, ist das, was sie
hier suchen und erleben. Was sie vereint, ist die Freiheit, sein zu können wie
sie sein wollen: Zwanglos und unkontrolliert. Fernab des Alltags entsteht für
vier Tage eine Parallelgesellschaft der ganz speziellen Art. Im kollektiven
Ausnahmezustand entfaltet sich an einem Ort, ohne Zeit, ein Karneval der Sinne,
indem sich für uns alle die Sehnsucht nach einer besseren Welt spiegelt.
Ja, da ist schon was wahres dran. Es soll auf jeden Fall nicht meine letzte Fusion gewesen sein und ich kann dieses Festival nur allen ans Herz legen. Ist wirklich was anderes. Hier noch der Link zur Fusion Homepage. Da könnt ihr euch über alles weitere informieren.

http://www.fusion-festival.de/cms/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1



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